Ob Lüften eine Trocknung bewirkt, hängt von den absoluten Luftfeuchten, bzw. von Temperatur und relativer Luftfeuchtigkeit, der Innen- und Außenluft ab.
Sie lassen sich hier berechnen und vergleichen - optional mit 48h-Vorhersage:
Die Berechnung wird automatisch bei jeder Eingabe durchgeführt.
| Wert | Innen | Außen |
|---|---|---|
| abs. Luftfeuchtigkeit | — g/m³ | — g/m³ |
| Taupunkt | — °C | — °C |
"Feuchte Räume durch Lüften zum richtigen Zeitpunkt trocknen!" - das klingt erstmal zu gut, um wahr zu sein, zumal es offenbar nichts kostet.
Aber was bringt es? Wie schnell geht es? Wie viel Energie kostet es?
Das lässt sich alles leider pauschal nicht beantworten, denn es hängt von vielen Einflüssen ab.
Ein Kubikmeter feuchte Luft enthält bspw. bei 20 °C, 1023 hPa und 50% relativer Luftfeuchtigkeit 8.7 g Wasser (1 g entspricht 1 ml).
Durch Lüften bei sehr guten Bedingungen lassen sich vielleicht 25% Wasser entfernen, also 2,2 g pro Kubikmeter.
Ein kleinerer Raum mit 10 m² Fläche und 2,2 m Raumhöhe hat ein Volumen von 22 m³.
Ein kompletter Luftaustausch durch querlüften könnte also 44 ml Wasser ‐ etwa ein Schluck ‐ entfernen.
Ein Keller mit der vierfachen Fläche würde durch das Lüften bereits 176 ml Wasser verlieren.
Immerhin, aber Trockner schaffen deutlich mehr (einige Liter am Tag) und arbeiten selbsttätig - allerdings kosten sie auch um 300 Euro und brauchen bis zu 200 W elektrische Leistung.
Im Winter - ja! Es geht kostbare Heizenergie im wörtlichen Sinne zum Fenster hinaus - und die kühlere Außenluft muss unter Energieeinsatz wieder erwärmt werden.
Im Sommer dagegen gelangt mit der Luft Wärme nach innen.
Daher ist in beiden Fällen möglichst schnell die Luft zu tauschen - also Lüften mit Durchzug (querlüften) oder zwangslüften mit Lüftern - das minimiert den Wärmetausch, denn die in Wänden, Möbeln und Gegenständen gespeicherte Temperatur (Wärme im Winter, Kälte im Sommer) hat dann nur entsprechend kurz "Gelegenheit", mit der Luft nach außen zu entweichen.
Eine Lüftungsanlage mit Wärmetauscher reduziert die Verluste nochmals und ermöglicht daher eine stetige Frischluftzufuhr.
Unter Umständen kann aber auch schon der Einsatz eines Trockners energiesparender sein.
Lüften ist natürlich auch wichtig für frische, unverbrauchte Luft (Sauerstoff/Kohlendioxid) und ein angenehmes Raumklima (Luftfeuchte 40-60%) in Wohn- und Schlafräumen.
Dort steigt die Feuchtigkeit durch Atmung, Schwitzen, Kochen, Duschen etc.
Im Winter kondensiert sie dann an Stellen, deren Temperatur unter dem Taupunkt liegt. An Fenstern - durch beschlagene Scheiben oder gar Eisblumen - gut zu sehen. An/in Wänden oder hinter Heizkörpern oder Paneelen führt die Feuchtigkeit zu schlechterer Wärmedämmung und kann Schimmelwachstum begünstigen.
Das Wichtigste in Kürze:
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Benötigt werden ein oder zwei Hygrometer und Thermometer (kombiniert auch Hygrothermometer) zur Messung der relativen Luftfeuchte und Temperatur.
Der Vorteil von analogen Geräten besteht darin, dass sie ohne Elektronik, also auch ohne Batterien auskommen. Darüber hinaus gibt es bei manchen Geräten die Möglichkeit zur Justierung - dadurch ist ein Abgleich zwischen mehreren Geräten möglich.
Digitale Geräte dagegen haben oft weitere Funktionen und können z.B. den Taupunkt berechnen oder einen akkustischen Alarm bei Kondensation geben. Bei manchen Geräten ist der eigentliche Sensor mit einem Kabel verbunden, und lässt sich so etwas entfernt vom Gerät mit der Anzeige platzieren.
Die Gelegenheit zum Lüften auch bei Windstille nutzen? Mit Lüftern kann der Luftaustausch beschleunigt werden.
Man sollte aber gut überlegen, ob man die feuchte Luft von innen absaugt und nach außen bläst oder die trockene Außenluft hineinbläst - schließlich soll sich die Feuchtigkeit (und ggf. muffiger Geruch bis hin zu Schimmel-Sporen) nicht unerwünscht im Gebäude verteilen.
Das gleiche gilt für das Umwälzen der Luft im Raum, d.h. Abtransport und Verteilung der Luft von feuchten Stellen.
Mit entsprechender Abdichtung (damit die Luft nicht gleich wieder zurückströmt) könnte man Standventilator* oder Boxventilatoren* in Tür- oder Fensteröffnungen einsetzen. Richtig Wind machen Industriegebläse*.
Für gezieltes Be- bzw. Entlüften lassen sich Rohrlüfter* mit entsprechenden Rohren und Schläuchen einsetzen.
Wenn im Sommer bei warmem Wetter und hoher Luftfeuchte das Trocknen kühler, feuchter Räume durch Luftaustausch nicht funktioniert, bleiben nur technische Lösungen (oder eine Sanierung).
Bitte beachten, dass insbesondere Heizgeräte viel Energie benötigen (und darüber hinaus auch auf den Luftaustausch zu achten ist).
Trockengeräte sind effizienter.
Fest installierte Lüftungsanlagen sorgen vollautomatisch für frische Luft.
Filter reinigen die Außenluft von Pollen und Staub und verschaffen Erleichterung für Allergiker.
Mit Wärmetauscher ausgerüstete Anlagen minimieren den Heizenergieverlust im Winter und sorgen für kühlere Räume an warmen Tagen im Sommer.
Während eine zentrale Anlage häufig nur bei umfassenden Umbauten und Sanierungen infrage kommt, gibt es auch dezentrale Lüftungsgeräte, die nur geringe Baumaßnahmen erforderlich machen oder sogar ohne auskommen - und damit auch in einer gemieteten Wohnung möglich sind.
Sofern die Luftfeuchtigkeit von diesen Anlagen nicht mit Außensensor erfasst und berücksichtigt wird, um über ein angenehmes Raumklima hinaus auch eine Trockung zu bewirken - spezielle Lüftungssteuergeräte ermöglichen das automatische Belüften bei optimaler (also trocknender) Witterung.
Der Vollständigkeit halber: Lüften im Winter kann in beheizten Räumen zu einer zu geringen Luftfeuchtigkeit führen.
Eine Lösung sind Lüftungsgeräte, die nicht nur Heizenergie - dank eines Wärmetauschers - sparen, sondern auch einen Teil der Luftfeuchtigkeit wieder an die frische Luft übertragen.
Als Hausmittel zum befeuchten der Raumluft seien Schalen mit Wasser auf Heizkörpern oder feuchte Tücher (Wäscheständer) genannt.
Dieser Rechner ist wegen eines feuchten Kellers und einer Diskussion über offene Fenster und Türen entstanden. 😀
"Einfach nach Gefühl" zu lüften, kann leider auch mehr Feuchtigkeit bedeuten.
Mit Hygrometern lässt sich zwar die Feuchtigkeit und ggf. der Taupunkt beobachten, aber der Vergleich von Innenluft und Außenluft wird erst durch Berechnung der absoluten Luftfeuchtigkeit möglich.
Ich hoffe, es nützt auch anderen!
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